Unsere Webseite verwendet (endlich) Fluid Typography
Unsere Webseite kann seit Kurzem Fluid Typography. Ehrlich gesagt hätten wir dieses Feature gerne schon deutlich früher umgesetzt. Aber wie das in Agenturen oft so ist: Die Projekte unserer Kund*innen stehen an erster Stelle. An der eigenen Webseite wird dann gearbeitet, wenn gerade Luft ist – was leider nicht immer der Fall ist.
Umso mehr freut es uns, dass wir diesen Schritt jetzt sauber nachgezogen haben.
Was ist Fluid Typography?
Fluid Typography gilt inzwischen als State of the Art im modernen Webdesign. Der Grundgedanke ist einfach:
Die Schriftgröße passt sich stufenlos an die verfügbare Bildschirmbreite an – statt wie früher nur an festen Breakpoints zu springen.
Technisch wird das in CSS meist mit der Funktion clamp() umgesetzt. Dabei definiert man:
- eine Mindestgröße
- eine bevorzugte, flexible Größe
- eine Maximalgröße
Der Browser berechnet daraus automatisch die passende Schriftgröße – abhängig von der aktuellen Viewport-Breite.
Ein vereinfachtes Beispiel:
font-size: clamp(1rem, 2vw, 2.5rem);
Die Schrift ist damit:
- nie kleiner als 1rem
- nie größer als 2.5rem
- dazwischen flexibel skalierend
Das bedeutet:
Statt für Mobile und Desktop getrennte Schriftgrößen zu definieren, legt man nur noch einen sinnvollen Minimal- und Maximalwert fest. Alles dazwischen übernimmt der Browser.
Warum ist Fluid Typography sinnvoll?
In der Praxis bringt Fluid Typography mehrere Vorteile:
- Bessere Lesbarkeit auf allen Geräten
Texte wirken weder zu groß auf kleinen Screens noch zu klein auf großen Monitoren. - Weichere Übergänge
Keine abrupten Sprünge mehr an Breakpoints – das Layout fühlt sich ruhiger und natürlicher an. - Weniger Media Queries
Typografie lässt sich oft komplett ohne zusätzliche Breakpoints umsetzen. - Konsistente Typo-Hierarchie
Überschriften behalten ihre visuelle Gewichtung über alle Bildschirmgrößen hinweg.
Gerade bei großen Überschriften oder stark typografisch geprägten Layouts macht sich der Unterschied sofort bemerkbar.
Fluid Typography ist längst kein experimentelles Feature mehr, sondern ein bewährter Bestandteil moderner Webentwicklung. Mit clamp() ist die Technik nativ in CSS verfügbar und wird von allen gängigen Browsern unterstützt.
In Kombination mit Utility-Frameworks wie Tailwind CSS lässt sich Fluid Typography sauber, wartbar und ohne großen Mehraufwand umsetzen – auch nachträglich in bestehenden Projekten.
Unsere Umsetzung mit TailwindCSS
Das Schöne an Fluid Typography ist, dass sie sich auch nachträglich sehr pragmatisch integrieren lässt.
Unsere Webseite basiert auf Tailwind CSS. Im bestehenden Design gab es für jede Schriftgröße bereits:
- eine Variante für Mobile
- eine Variante für Desktop
Diese beiden Werte konnten wir direkt als Minimal- und Maximalgröße weiterverwenden. Statt fixer rem-Werte haben wir die Schriftgrößen als clamp()-Werte in die Tailwind-Konfiguration übernommen.
Das Ergebnis:
- keine Änderungen am Markup
- keine neuen Breakpoints
- kein Eingriff ins Layout
aber deutlich harmonischere Typografie über alle Viewports hinweg.
Die vw-Werte für die clamp()-Funktion muss man nicht selbst mühsam berechnen. Es gibt zahlreiche Online-Tools, die auf Basis von Minimal- und Maximalwerten automatisch passende clamp()-Definitionen generieren.
Unser Rat: Lieber mit konservativen Werten starten und testen – vor allem bei sehr großen Screens. Gute Typografie soll unterstützen, nicht dominieren.